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[2017-01-04 13:44:45] #Id: 14233 | View: 2131

Gears of War 4

Alles neu und viel Zeit ist vergangen. Zum einen in der Welt von Gears of War: Der ehemalige Protagonist ist tot, wir schlüpfen 25 Jahre nach Teil 3 in eine neue Generation und mimen ab sofort den Sohn von Marcus Fenix. Zum anderen fünf Jahre in der echten Welt - und mit The Coalition zeichnet statt Epic Games jetzt ein neues Studio für das Spiel verantwortlich.

Die Locus sind dank Markus Fenix besiegt. Die Regierungen der Welt haben die 25 Jahre genutzt, um sich zu verbünden. Sie bilden den Verband der KOR (Koalition ordentlicher Regierungen). Wer nun auf paradiesische Zustände hofft, irrt - die neuen Machthaber regieren totalitär. Nur Wenige konnten sich der Kontrolle entziehen und leben als Outsider außerhalb der großen, schützenden Mauern der Städte. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Rebellen JD Fenix, Sohn der alten Kriegslegende, und führt gemeinsam mit Del Walker und Kait Diaz in dieser Gruppe die eine oder andere Mission gegen den KOR und neue Bedrohungen durch.


Die Geschehnisse der ersten Trilogie werden dem Spieler in einer längeren Einleitung besonders schön zusammengefasst. Statt einem langen Video gibt es die Möglichkeit, die wichtigsten Szenen des Locus-Krieges neu, aus der Sicht eines x-beliebigen Soldaten, zu erleben. Die schönste Form einer Kombination aus Tutorial und “was bisher geschah”, die ich bisher sah, inklusive einer großen Portion Augenzwinkern.

Die ersten Missionen führen uns gegen völlig neue Gegnertypen - die sogenannten “DeeBees”. Dabei handelt es sich um die Roboter des KORs, die es in unterschiedlichen Arten und Größen gibt. Bereits in den ersten Spielminuten findet der Spieler wieder ins alte Gameplay zurück. Der Deckungsshooter funktioniert nach wie vor sehr gut, die Steuerung ist perfekt auf dem Xbox One Controller umgesetzt. Zu den gewohnten Distanzkämpfen kommen neue Aktionen im Nahkampf. So ist es jetzt möglich, Gegner über eine Deckung zu ziehen und entsprechend im Nahkampf, leise und ungefährdet, auszuschalten. Diese neue Mechanik ist gut integriert, in den ersten Levels ist es somit möglich, das Level fast ohne zu schießen zu meistern. Später wird dies durch die enorme Anzahl an Gegner aber nahezu unmöglich.


Stichwort Roboter, Stichwort enorme Anzahl: Leider schafft es das Spiel nicht wirklich, ein Gefühl von Progression zu erzeugen. Die Gegner sind sehr einfach und wirken weniger furchteinflößend als bisher, was ihrer unnatürlichen Art geschuldet ist. Zudem fehlen wirklich große Gegner. Insofern steigert sich der Schwierigkeitsgrad vor allem durch immer weitere, größere, Gegnerwellen, nicht durch neue Einheiten. Die Auseinandersetzungen wirken, aufgrund der Roboter Gegner, auch überraschend emotionslos und beliebig. Natürlich gibt es auch wieder das Sturmgewehr mit angebrachter Kettensäge “Lancer”. Aufgrund des fehlenden Bluts macht der Einsatz dieser Waffe aber nur halb so viel Spaß. Im weiteren Verlauf des Spiels löst sich diese Kritik jedoch auf. Ohne von der Story zu viel verraten zu wollen: Eine Rasse, die sich “der Schwarm” nennt, taucht auf. Diese sind humanoid und erinnern an die Locus aus den Vorgängern.

Die neuen Charaktere sind eindeutig moderner als ihre Vorgänger. Sie sind deutlich weniger überzeichnet, Unterhaltungen wirken realer. Die erste Trilogie war eine von Testosteron triefende Bromance - was aber meiner Meinung nach auch einen gewissen Charme hatte. Hier nahm der Entwickler seine eigenen Charaktere nie zu ernst, sah alle Dialoge immer mit einem gewissen Augenzwinkern. Die Überzeichnung war meiner Meinung nach ein wichtiger Teil der Reihe - der mir jetzt in Teil vier wirklich fehlt.

Technisch ist das Spiel in jeder Hinsicht gelungen. Grafisch setzt es zwar weniger neue Maßstäbe als mancher Vorgänger, dennoch sieht es einfach genial aus. Auch der Sound lässt keine Wünsche offen. Die Steuerung ist ein Highlight. Obwohl es mehr Deckungsmöglichkeiten denn je gibt, ist es kein Problem, diese alle anzuvisieren und sich entsprechend zu bewegen. Zudem liegt der neueste Teil der Reihe als “Play Anywhere” Titel vor. Das bedeutet, dass ihr das Spiel sowohl auf der Xbox One als auch auf dem PC spielen könnt. In meinem Test gab es bei der Installation auf dem PC zwar einige Probleme, nach zwei Anläufen und aktualisierten Grafikkartentreibern konnte ich den Shooter aber auch auf meinem Computer genießen - inkl. Cloudsync der Spielstände.


“Gears of War 4” ist technisch betrachtet ein gelungener Deckungsshooter. Der vierte Teil der Reihe hievt die Xbox exklusive Spielereihe gekonnt auf eine neuen Konsolengeneration. Die Abkehr von gewohnten Charakteren und Handlungssträngen bzw. Feinden konnte mich bisher noch nicht so recht überzeugen - hier müssen kommende Teile zeigen, wie sich der Sprössling von Markus Fenix entwickelt. Das Spiel wirkt in jeder Hinsicht unaufgeregter und unemotionaler als seine Vorgänger, kann aber mit wirklich guter Technik und tollem Gameplay überzeugen.

Wertung: 4 von 5 Sternen
+ Umfang, Grafik
- Platte Charaktere, Anfangs zu viel Wiederholungen


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Gears of War 4

Alles neu und viel Zeit ist vergangen. Zum einen in der Welt von Gears of War: Der ehemalige Protagonist ist tot, wir schlüpfen 25 Jahre nach Teil 3 in eine neue Generation und mimen ab sofort den Sohn von Marcus Fenix. Zum anderen fünf Jahre in der echten Welt - und mit The Coalition zeichnet statt Epic Games jetzt ein neues Studio für das Spiel verantwortlich.

Die Locus sind dank Markus Fenix besiegt. Die Regierungen der Welt haben die 25 Jahre genutzt, um sich zu verbünden. Sie bilden den Verband der KOR (Koalition ordentlicher Regierungen). Wer nun auf paradiesische Zustände hofft, irrt - die neuen Machthaber regieren totalitär. Nur Wenige konnten sich der Kontrolle entziehen und leben als Outsider außerhalb der großen, schützenden Mauern der Städte. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Rebellen JD Fenix, Sohn der alten Kriegslegende, und führt gemeinsam mit Del Walker und Kait Diaz in dieser Gruppe die eine oder andere Mission gegen den KOR und neue Bedrohungen durch.


Die Geschehnisse der ersten Trilogie werden dem Spieler in einer längeren Einleitung besonders schön zusammengefasst. Statt einem langen Video gibt es die Möglichkeit, die wichtigsten Szenen des Locus-Krieges neu, aus der Sicht eines x-beliebigen Soldaten, zu erleben. Die schönste Form einer Kombination aus Tutorial und “was bisher geschah”, die ich bisher sah, inklusive einer großen Portion Augenzwinkern.

Die ersten Missionen führen uns gegen völlig neue Gegnertypen - die sogenannten “DeeBees”. Dabei handelt es sich um die Roboter des KORs, die es in unterschiedlichen Arten und Größen gibt. Bereits in den ersten Spielminuten findet der Spieler wieder ins alte Gameplay zurück. Der Deckungsshooter funktioniert nach wie vor sehr gut, die Steuerung ist perfekt auf dem Xbox One Controller umgesetzt. Zu den gewohnten Distanzkämpfen kommen neue Aktionen im Nahkampf. So ist es jetzt möglich, Gegner über eine Deckung zu ziehen und entsprechend im Nahkampf, leise und ungefährdet, auszuschalten. Diese neue Mechanik ist gut integriert, in den ersten Levels ist es somit möglich, das Level fast ohne zu schießen zu meistern. Später wird dies durch die enorme Anzahl an Gegner aber nahezu unmöglich.


Stichwort Roboter, Stichwort enorme Anzahl: Leider schafft es das Spiel nicht wirklich, ein Gefühl von Progression zu erzeugen. Die Gegner sind sehr einfach und wirken weniger furchteinflößend als bisher, was ihrer unnatürlichen Art geschuldet ist. Zudem fehlen wirklich große Gegner. Insofern steigert sich der Schwierigkeitsgrad vor allem durch immer weitere, größere, Gegnerwellen, nicht durch neue Einheiten. Die Auseinandersetzungen wirken, aufgrund der Roboter Gegner, auch überraschend emotionslos und beliebig. Natürlich gibt es auch wieder das Sturmgewehr mit angebrachter Kettensäge “Lancer”. Aufgrund des fehlenden Bluts macht der Einsatz dieser Waffe aber nur halb so viel Spaß. Im weiteren Verlauf des Spiels löst sich diese Kritik jedoch auf. Ohne von der Story zu viel verraten zu wollen: Eine Rasse, die sich “der Schwarm” nennt, taucht auf. Diese sind humanoid und erinnern an die Locus aus den Vorgängern.

Die neuen Charaktere sind eindeutig moderner als ihre Vorgänger. Sie sind deutlich weniger überzeichnet, Unterhaltungen wirken realer. Die erste Trilogie war eine von Testosteron triefende Bromance - was aber meiner Meinung nach auch einen gewissen Charme hatte. Hier nahm der Entwickler seine eigenen Charaktere nie zu ernst, sah alle Dialoge immer mit einem gewissen Augenzwinkern. Die Überzeichnung war meiner Meinung nach ein wichtiger Teil der Reihe - der mir jetzt in Teil vier wirklich fehlt.

Technisch ist das Spiel in jeder Hinsicht gelungen. Grafisch setzt es zwar weniger neue Maßstäbe als mancher Vorgänger, dennoch sieht es einfach genial aus. Auch der Sound lässt keine Wünsche offen. Die Steuerung ist ein Highlight. Obwohl es mehr Deckungsmöglichkeiten denn je gibt, ist es kein Problem, diese alle anzuvisieren und sich entsprechend zu bewegen. Zudem liegt der neueste Teil der Reihe als “Play Anywhere” Titel vor. Das bedeutet, dass ihr das Spiel sowohl auf der Xbox One als auch auf dem PC spielen könnt. In meinem Test gab es bei der Installation auf dem PC zwar einige Probleme, nach zwei Anläufen und aktualisierten Grafikkartentreibern konnte ich den Shooter aber auch auf meinem Computer genießen - inkl. Cloudsync der Spielstände.


“Gears of War 4” ist technisch betrachtet ein gelungener Deckungsshooter. Der vierte Teil der Reihe hievt die Xbox exklusive Spielereihe gekonnt auf eine neuen Konsolengeneration. Die Abkehr von gewohnten Charakteren und Handlungssträngen bzw. Feinden konnte mich bisher noch nicht so recht überzeugen - hier müssen kommende Teile zeigen, wie sich der Sprössling von Markus Fenix entwickelt. Das Spiel wirkt in jeder Hinsicht unaufgeregter und unemotionaler als seine Vorgänger, kann aber mit wirklich guter Technik und tollem Gameplay überzeugen.

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